Floskeln vermeiden und neuen Schwung in altmodische Texte bringen

„In der Anlage übersende ich Ihnen meine herzlichsten Glückwünsche“ - das schreibt keiner. So weit sind wir alle schon. Aber vor „Anlässlich Ihres Geburtstags übermittle ich Ihnen meine herzlichen Glückwünsche“ schrecken viele nicht zurück. Dabei ist dieser Satz genauso Floskel, langweilig und eine Zumutung für das Geburtstagskind wie der Anlage-Satz.

Ich habe eine kleine Auswahl für Sie zusammengestellt von beliebten und gleichzeitig, aus meiner Sicht, misslungenen Formulierungen in Geburtstagsgratulationen. 

So nicht

Besser so

Anlässlich Ihres 40. Geburtstags möchte ich Ihnen meine herzlichsten Glückwünsche übermitteln.

Ich schicke Ihnen heute meine herzlichsten Glückwünsche zu Ihrem 50. Geburtstag.

Meine Meinung: Eine Anhäufung von stilistischen Schwächen: Tun Sie’s oder möchten Sie es nur? „Anlässlich“ ist nicht zeitgemäß und „übermitteln“ klingt nach Stenografenamt aus dem 19 Jahrhundert.

Meine Meinung: Ganz einfach sagen, wie es ist, statt zu versuchen, es umständlich auszudrücken – das ist die Devise.

Ich möchte Ihnen recht herzlich zu Ihrem Geburtstag gratulieren.

Ich gratuliere Ihnen sehr herzlich zum Geburtstag.

Meine Meinung: Warum nur „recht“? Das klingt wie eine Einschränkung

Meine Meinung: “Sehr“ ist besser als nur „recht“. Oder möchten Sie, dass jemand Sie nur recht lieb hat statt sehr?

Auch im Namen der gesamten Geschäftsführung möchte ich Ihnen heute meine herzlichsten Glückwünsche übermitteln.

Meine Geschäftsführungskollegen lassen Sie ebenfalls sehr herzlich grüßen.

Meine Meinung: Wer soll das denn glauben?

Meine Meinung: Immer noch unwahrscheinlich, aber es klingt glaubwürdiger. Und ein bisschen übertreiben ist erlaubt, wenn es dem Geburtstagskind schmeichelt.

Meine besten Wünsche für allzeit gute Gesundheit und persönliches Wohlergehen.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie noch sehr lange gesund, fröhlich und munter bleiben.

Meine Meinung: Altmodisch und distanziert – oder was meinen Sie? Wer verwendet denn heutzutage die Formulierung „persönliches Wohlergehen“?

Meine Meinung: Manchmal sind es die einfachen Worte, die eindringlich wirken.

Meine Idee, wie Sie eine Geburtstagsgratulation an einen Geschäftspartner formulieren könnten:


Lieber Herr Kaiser, 

das neue Lebensjahr kommt bestimmt – immer wieder. Und heute ist es für Sie wieder so weit. Eine schöne Gelegenheit, das zu machen, wozu man Lust hat und sich feiern zu lassen. Ich hoffe, dass Sie dazu ausreichend Zeit haben werden.

Für die nächsten 365 Tage schicke ich meine besten Wünsche auf den Weg für viel Gesundheit, inspirierende Begegnungen, viele schöne Momente und einfach ein rundum gelungenes neues Lebensjahr.

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag! 

Stefanie Mertens


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Aktueller Blogeintrag

Wie fordert man jemanden in der Öffentlichkeit auf, seine Maske aufzuziehen, ohne dabei oberlehrerhaft zu wirken?

Benimm-Trainer A. Schmidt rät: nicht gleich vorwurfsvoll werden. So steht es in der Süddeutschen Zeitung. Dann bin ich mal gespannt, was Herr Schmidt zu sagen hat.

„Sie haben keine Maske auf“ würde er nicht sagen, das sei vorwurfsvoll. „Warum tragen Sie keine Maske?“ ist seine Empfehlung.

Ich „beleuchte“ die Empfehlungen mal unter verschiedenen Aspekten und gebe Ihnen Beispiele, damit Sie sich selbst ein Urteil bilden können.

Beispiel 1

Der Reißverschluss an meiner Aktentasche ist schon mal geöffnet, während ich durch ein Bahnhofviertel zum Zug schlendere. Das ist nicht sehr schlau von mir.

„Der Reißverschluss an Ihrer Tasche ist geöffnet“, sagen Passanten dann schon mal zu mir. „Danke, sehr aufmerksam; und danke für Ihre Sorge“, sage ich dann. Ich finde das nett. Ich finde das auch nicht vorwurfsvoll. Es ist eine Feststellung. Ich kann darauf reagieren, wie ich möchte. Vorgeführt fühle ich mich nicht.

Würde ich gefragt „Warum ist der Reißverschluss geöffnet?“ würde ich genötigt, einem fremden Menschen eine Erklärung über mein Verhalten zu geben. Meine Antwort müsste lauten, wenn ich ehrlich bin „Weil ich das schon mal vergesse“, oder gar „Weil ich mitunter dusselig bin“. „Warum“ finde ich als Frage fast immer unpassend, weil es das Gegenüber in eine unnötige Erklärungsnot bringt.

Beispiel 2

Angenommen, ich hätte eine Laufmasche in der Strumpfhose. 

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