Viele Menschen trauen sich nicht, der Chefin oder dem Chef zu sagen, dass sie mit ihrem Job oder ihren Aufgaben unzufrieden oder gar unglücklich sind. Dabei könnte es ganz einfach sein. Denn: „Ich fühle mich überlastet“, zum Beispiel, ist eine klare Ich-Botschaft. Damit greifen Sie niemanden an.

Wie Sie mit Ich-Botschaften schwierige Themen ansprechen

Sie haben das auch schon gehört oder gelesen: Formulieren Sie Ich-Botschaften, wenn Sie Ihr Gegenüber weder verletzen noch angreifen möchten. Doch das ist leichter gesagt als getan.

Beispiel

Meine Meinung

Besser, als Ich-Botschaft formuliert

Kommentar

Ich finde es nicht gut, dass Sie unseren Jour fixe immer wieder ausfallen lassen.

 

Das ist keine Ich-Botschaft, sondern nur ein Satz, der mit ich beginnt und vorwurfsvoll ist.

Mir ist wichtig, dass unser Jour fixe regelmäßig stattfindet.

Ein Satz, der nicht mit „ich“ beginnt, aber mit „mir“ – das ist okay. Und: Sie beschreiben damit, was Sie möchten, formulieren konstruktiv und greifen Ihr Gegenüber nicht an.

Ich finde dein Verhalten egoistisch.

„Da kann ich ja nichts für“, könnte Ihr Gesprächspartner jetzt sagen.

Ich möchte beim nächsten Mal meine Meinung sagen dürfen, bevor du entscheidest und das Ergebnis kommunizierst.   

Dieser Satz startet als klassische Ich-Botschaft mit ich und gleichzeitig kritisiert er nicht das Verhalten des Gesprächspartners. Diese Formulierung ist lösungsorientiert und konstruktiv.

Ich möchte nicht, dass du mir in Meetings andauernd ins Wort fällst.

Das klingt vorwurfsvoll. Verstärkt wird der Vorwurf durch die Verallgemeinerung „andauernd“. Damit erreichen Sie vermutlich nicht Ihr Ziel. Ihr Gesprächspartner wird sich angegriffen fühlen.

Ich möchte in Meetings gern meine Gedanken zu Ende formulieren und ausreden dürfen.

Das Wort „Du“ fällt ganz und gar ich. Eine gelungene Ich-Botschaft, die sehr klar ist.

Gelungene und misslungene Ich-Botschaften im Vergleich

Klarheit ist das Wort der Stunde

„Ich habe das meinem Chef schon ganz oft gesagt“, höre ich oft. Und wenn ich dann danach frage, wie formuliert wurde, dass man unzufrieden, unglücklich oder überlastet ist, klingt das so: „Es ist im Augenblick ganz schön viel zu tun.“

So antworten viele Vorgesetzten darauf

  • „Ja, aber das ist nur eine Durststrecke. Sie werden sehen, noch ein paar Wochen und dann beruhigt sich das alles wieder.“
  • „Ja, es ist gerade wirklich viel los.“
  • „Ja, aber Sie machen das richtig gut.“

Erst die Antworten machen klar, dass „Es ist im Augenblick ganz schön viel zu tun“, keine klare Aussage ist, die Sie kein Stück weiterbringt.

Fragen Sie sich, bevor Sie mit Ihrer Chefin oder Ihrem Chef sprechen, wie es in Ihnen aussieht. Was empfinden Sie? Welche Gefühle haben Sie? Und dann trauen Sie sich, diese Gefühle auszusprechen. Identifizieren und benennen Sie Ihre Energieräuber. Erst dann sind Sie offen, authentisch und klar. Erst dann werden Sie gehört.

So sprechen Sie schwierige Themen mit Ich-Botschaften an

  • „Ich fühle mich überlastet.“
  • „Ich habe so viel zu tun, dass ich die Qualität meiner Arbeit nicht sicherstellen kann.
  • „Mir sind anspruchsvollere Aufgaben wichtig. Ich kann mehr als das, was ich bisher mache.“
  • „Mir ist wichtig, dass ich mindestens zweimal die Woche pünktlich Feierabend machen kann.“
  • „Ich brauche Ihre Unterstützung.“

„Wie sage ich etwas?“ ist weniger eine Frage der Rhetorik, sondern hängt von Ihrer Bereitschaft ab, Ihren Energieräubern ins Gesicht zu blicken, sich zu trauen, sich zu offenbaren, ehrlich zu sich selbst und Ihrem Gegenüber zu sein.

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